


Es gibt über den Ursprung der Retriever so viele Geschichten daß man gar nicht so recht weiß, ob es Wahrheit oder Dichtung ist. Fest steht allerdings, daß wir ihre gemeinsamen Vorfahren in Neufundland suchen müssen. Anfangs des 19.Jahrhunderts bestand zwischen England und Neufundland ein reger Fischhandel. Das schlechte Wetter zwang die Seeleute häufig zu einem unfreiwilligen Aufenthalt in Neufundland und es blieb nicht aus, daß sie die dort lebenden Hunderassen kennenlernten und bei der Arbeit beobachteten. Staunend konnten sie miterleben, wie diese Hunde selbst bei widrigsten Witterungverhältnissen die Bootsleinen schwimmend an Land brachten und aus den Netzen gefallene Fische apportierten.
Die Fischer waren von diesen Hunden so begeistert, daß sie in den folgenden Jahren mehrere mit nach England brachten. Man kann damit sagen daß diese Hunde die Zuchtbasis aller auf den britischen Kontinent entwickelten Retrieverrassen darstellt. Dazu zählen der Golden Retriever, der Labrador Retriever, der Flatcoated Retriever sowie der Curly-coated Retriever.
Hier möchten wir Ihnen den " Golden Retriever " ein wenig näher bringen :
Der Golden Retriever hat sich in Deutschland und vielen anderen Ländern zu einer der beliebtesten Hunderassen entwickelt. Das verdankt er einer Reihe von Eigenschaften, wie sie in Kombination bei kaum einer anderen Rasse zu finden sind. Mit seiner sehr hohen Gehorsam -und Ausbildungsintelligenz gehört er zu den leicht erziehbaren Rassen. Er kann in relativ kurzer Zeit viele Befehle umsetzen. Eine intensive Arbeit mit dem Golden Retriever bewirkt eine enge Bindung zwischen ihm und seinem Besitzer. Dadurch entsteht sein Drang seinem Besitzer immer alles recht zu machen. - will to please - .
Er ist sehr anhänglich und braucht den Kontakt und die Zuwendung seiner Familie, eine Zwingerhaltung ist für den Golden Retriever undenkbar. Die Familie sieht er als sein Rudel an von dem er nicht getrennt werden möchte. Wegen seiner guten Führigkeit und Toleranz und das besonders gutmütige Wesen wird er oft als Familienhund bezeichnet. Damit er auch das tatsächlich sein kann muss der Besitzer aber auch einiges beachten, weil der Golden Retriever ursprünglich als Jagthund gezüchtet wurde braucht er sinnvolle Beschäftigung und viel Bewegung. Spaziergänge bei jedem Wetter müssen selbstverständlich sein. Er liebt es zu apportieren und möchte Aufgaben übernehmen. Er eignet sich hervorragend als Blinden- oder Rettungshund, auch wird er als Lawinen- oder Drogensuchhund eingesetzt.
Auch wer nicht beabsichtigt ihm solche Aufgaben zu übertragen, sollte wissen das man so einem Hund viel Zeit widmen muss. Der GRC oder DRC bieten an vielen Stellen Ausbildungen speziel für Retriever an.
Als Jagdhund wird der Golden Retriever heute noch gerne für das apportieren von geschossenen Niederwild aus dem Wasser und aus dichtem Gestrüb verwendet. Dank seiner vorzüglichen Nase kann er dem Jäger zum geschossenen Wild führen. Der starke Such-, Finde und Bringewille, der dem Golden Retriever eigen ist macht ihn zum idealen Helfer.
Es währe ideal wenn sie seinen vorhanden Jagdeifer nutzen um mit ihm eine entsprechende Ausbildung bei den Vereinen zu beginnen. Der Golden Retriever hat ein sehr starkes Bedürfnis Gegenstände herum zu tragen oder seinem Besitzer zu bringen, deshalb sollte man immer genügend Spielzeug bereit halten damit er dieses angeborenen Verhalten ausleben kann. Sein weiches Maul verhindert das die apportierten Sachen Schaden nehmen.
Etwas gibt es was der Golden Retriever nicht kann, er ist nicht geeignet wegen seine ausgeprägten Menschenfreundlichkeit als Wach- oder Schutzhund eingesetzt zu werden.
Der Typische Golden Retriever ist ein kräftiger mittelgrosser Hund mit langem glatten oder leicht welligem Haarkleid mit viel Unterwolle. Die Farben reichen von hellcrem ( fast weiss ) über hellgolden bis zu dunkelgolden . Kennzeichnend ist ein meist ausgeprägter Stop (Stirn) und seine grossen braunen Augen die ihm einen friedvollen und ruhigen Ausdruck geben. Seine Kopfhaare sind kurz, so das man sein deutliches Minenspiel sehr gut erkennen kann. Die Ohren sind mittelhoch angesetzt und in der Jugend oft dunkler als das übrige Fell. Der Fang ist breit , weich und auch für das Tragen von schwerer Beute geeignet.
Viele halten den Golden Retriever für einen der schönsten Hunde überhaupt, auch dies hat zu seiner großen Beliebtheit beigetragen. Er ist weder der Größte, noch der Schwerste, er ist nicht der schnellste und auch nicht der mutigste, aber mich begeistert diese Rasse immer wieder.
Zu bedenken wäre, wenn man sich einen Golden Retriever anschaffen möchte, das sein langes Fell auch Pflege braucht. Es fängt viel Schmutz ein und beim Fellwechsel ist der Staubsauger ein wichtiges Werkzeug. Bei seinen Spaziergängen wird selten eine Pfütze ausgelassen.
Wer sich aber für diese Rasse entscheidet, der hat einen aufmerksamen und treuen Begleiter.
Allgemeines Erscheinungsbild: Symmetrisch, harmonisch, lebhaft, kraftvoll, ausgeglichenen Bewegung, kernig, bei freundlichem Ausdruck
Charakteristika : Wille zum Gehorsam, intelligent, mit natürlicher Anlage zu Arbeiten
Wesen: Freundlich , liebenswürdig und zutraulich
Kopf und Schädel: Ausgeglichen und wohlgeformt, breiter Oberkopf ohne grob zu sein, gut auf dem Hals sitzend, kräftiger breiter und tiefer Fang von annähernde gleicher Länge wie der Schädel, ausgeprägter Stop, schwarze Nase.
Augen: Dunkelbraun, weit voneinander eingesetzt, dunkle Liedränder.
Behang: Mittelgroß, ungefähr in Höhe der Augen angesetzt.
Gebiss: Kräftiger Kiefer mit einem perfekten, regelmäßigen und vollständigen Scherengebiss, wobei die obere Schneidezahnreihe ohne Zwischenraum über die untere greift und die Zähne senkrecht im Kiefer stehen.
Hals: von guter Länge, trocken und muskulös.
Vorhand: Vorderläufe gerade mit kräftigen Knochen, Schultern gut zurückliegend, langes Schulterblatt bei gleicher Oberarmlänge, dadurch gut unter den Rumpf gestellt. Ellenbogen gut anliegend.
Gebäude: Ausgeglichen, kurz in der Ländenpartie, mächtiger Brustkorb, Rippen tief und gut gewölbt, gerade obere Linie.
Hinterhand: Lende und Läufe kräftig und muskulös. Unterschenkel von guter Länge, gut gewinkelte Kniegelenke, tiefe Sprunggelenke, die von hinten betrachtet gerade sind, nicht ein- oder ausdrehend.
Pfoten: Rund, Katzenpfoten.
Rute: In Höhe der Rückenlinie angesetzt und getragen, bis zu den Sprunggelenken reichend. Ohne Biegung am Rutenende.
Gangart / Bewegung : Kraftvoll mit gutem Schub, gerade und parallel in Vor- und Hinterhand. Vortritt ausgreifend und frei, dabei in der Vorhand ohne Zeichen des Steppens.
Haarkleid: Glatt oder wellig mit guter Befederung, dichte wasserabweisende Unterwolle.
Farbe: Jede Schattierung von gold oder cremfarbig, weder rot noch mahagoni. Einige wenige weiße Haare, allerdings nur an der Brust ist zulässig.
Größe: Rüden - 56 cm bis 61 cm / Hündinnen 51 cm bis 56 cm
Fehler: Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten sollte als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung im genauen Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.
Anmerkung : Rüden sollten zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Skrotum befinden.